Mit dem Kajak auf dem Regen

Der Regen – 4 Tage Paddeln auf dem bayerischen Wanderfluss

Der Regen in Niederbayern, der durch den bayerischen Wald bis nach Regensburg und dort in die Donau fließt, gehört wohl zu den Flüssen in Süddeutschland, die man als Wanderpaddler erpaddelt haben sollte. Er gehört zu den beliebtesten Wanderflüssen in Bayern und dementsprechend ist auch die Infrastruktur (v.a. Bootsverleih) gegeben. Da wir nicht mit zig anderen Booten gleichzeitig unterwegs sein, sondern den Fluss für uns haben wollten, beschließen wir, nicht an einem der verlängerten Wochenende zu fahren, sondern ein normales Wochenende zu verlängern.

Vier Tage wollen wir am und auf dem Wasser verbringen und in dieser Zeit gemütlich vom Blaibacher Stausee bis nach Ramspau paddeln. Leider stehen uns nur vier Tage zur Verfügung und so treten wir die letzte Tagesetappe nach Regensburg nicht mehr an. Auch den Teil oberhalb des Blaibacher Stausees lassen wir dieses Mal aus, da uns ein paar Erstpaddler begleiten und dieser Abschnitt mit leichtem Wildwasser womöglich zu viel für eine erste Paddelei ist.

Charakter der Paddel-Tour in vier Etappen

Die erste Etappe bis Cham ist eine schöne Strecke. Der Regen ist flach, wir haben vereinzelt Grundberührungen und müssen aufpassen, dass wir die richtige Linie wählen, um nicht einem Stein querzutreiben. Außerdem gibt es einige Brückendurchfahrten, bei denen man das richtige Tor erwischen muss, damit man ohne Probleme darunter herkommt. Die Bootsrutsche in Chamerau ist eine willkommene Abwechslung auf dieser Teilstrecke.

Am zweiten Tag paddeln wir hinter Cham durch das Naturschutzgebiet Regentalaue, in dem Anlanden und Ufer betreten verboten ist. Hier ist man wirklich raus: es gibt keine Stadt, nicht einmal eine Straße begleitet den Regen auf diesem Abschnitt. Während das zu Beginn noch schön und gemütlich ist, wie es dahin dümpelt, wird es schon bald langweilig und damit lang. Denn Abwechslung hält der Regen hier nicht für uns bereit.

Auf der dritten Etappe erwarten uns die meisten Wehre. Ganze acht Stück sind es – von insgesamt elf auf der kompletten Befahrung. Dazu kommt die große Distanz von 25 Kilometern, die dazu führt, dass wir lange unterwegs sind. Allerdings kommt durch die Menge an Wehren auch Abwechslung auf und wir sitzen nicht, wie am Vortag, nur im Boot und dürfen es noch nicht einmal verlassen.

Am letzten Tag ist die Strecke abwechslungsreich. Mal ist der Regen flott unterwegs und mal treibt er uns träge voran und wir müssen in die Riemen greifen, damit wir uns beim aufkommenden Gegenwind überhaupt von der Stelle bewegen. Das Wehr auf diesem Abschnitt hat einen fahrbaren Fischpass – den Spaß lassen wir uns natürlich nicht nehmen.

Wasserwandern auf dem Regen: Etappen, Wehre und Höhepunkte

1) Blaibacher See – Cham (Satzdorfer See)

Tag 1: Abseits vom Wasser wartet der erste Höhepunkt gleich am ersten Abend auf uns. Cham ist eine wirklich schöne Stadt. Auch wenn kaum noch etwas los ist, als wir abends ankommen, kann ich mir gut vorstellen, am Stadtplatz ein Eis zu essen und dabei zusehen, wie der Brunnen in der Mitte immer wieder nichts ahnende Passanten unvorbereitet mit seinem kalten Wasser trifft. Außerdem kann ich jedem einen Besuch in der Pizzeria Orlandini wärmstens empfehlen.

  • Strecke: ca. 20km
  • Zeit: ca. 6h
Wehr Chamerau (KM 96)

2) Cham (Satzdorfer See) – Roding

Tag 2: Nach der langen Strecke durch die Regentalaue ist der Ratsplatz in Untertraubenbach eine echte Genugtuung. Brotzeitmachen und die Sonne in der Hängematte genießen und vielleicht einen Blick vom Aussichtsturm werfen.

  • Strecke: ca. 27km
  • Zeit: ca. 7h
Wehr Altenstadt (KM 87)

Wehr Grafenmühle (KM 84)

3) Roding – Nittenau

Tag 3: Der Wasserwanderrastplatz der Stadt Roding ist ein Juwel. Die Wiese auf einer Art Insel ist mitten in Roding und doch fühlt man sich nicht dem Trubel einer Stadt ausgesetzt. Zum Zeitpunkt unserer Tour waren wir die einzigen auf dem Platz und entsprechend entspannt ging es zu. Mit Lagerfeuer und Grillen lassen wir hier den Tag ausklingen und begrüßen den Rest unserer Gruppe, die hier zu uns stößt. Wirklich eine schöne Anlage und ein traumhafter Platz zum Übernachten.

  • Strecke: ca. 25km
  • Zeit: ca. 9h
Petermühle (KM 63)

Wiesing (KM 59)

Dicherling (KM 56)

Haselmühle (KM 49)

Reichenbach (KM 47)

Tiefenbach (KM 45)

Nittenau (KM 40)

4) Nittenau – Ramspau

Tag 4: Der Höhepunkt der Tour ist, dass das Wetter auch am letzten Tag tatsächlich bis zu dem Punkt hält, an dem wir vom Verleiher in Ramspau abgeholt werden. Ansonsten lassen wir uns durch die schöne Flusslandschaft treiben und genießen die Aussicht in’s Grüne.

  • Strecke: ca. 19km
  • Zeit: ca. 4h
Steffling (KM 33)

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