Tal des Isarursprungs

Fahrradtour zu den Isar-Quellen

Vorsichtig halte ich den großen Zeh in das Quellwasser der Isar im Karwendel. Ich bin mir unsicher, ob ich es wagen soll. Genau so glasklar und einladend das Wasser aussieht, so kalt ist es auch. Eiskalt. Kurz bevor es zu Eis gefriert – so fühlt es sich zumindest an. Aber der Tag ist ja wirklich heiß und die Strecke mit dem Fahrrad hierher war schweißtreibend. Ich bin mir unsicher, kämpfe mit mir und bereite mich seelisch auf den Schock vor. Aber letztlich wage ich es unterzutauchen – wenn auch nur für den Bruchteil einer Sekunde bevor ich rausspringe, kurz abtrockne und dann in der Julisonne Wärme tanke.

Das Gebiet rund um die Isarquellen im Hinteren Karwendel ist paradiesisch. Ein kleines Wäldchen mit Bänken lädt zum Ruhen und Rasten ein. Kinder können diesen magischen Ort auf ihre ganz eigene Weise entdecken. Über Brücken und Baumstämme balancieren, die drei Quellen erforschen, über die noch zarte Isar springen und sich dabei nasse Schuhe holen. Und schließlich ein wenig flussab noch einen Staudamm bauen. Es ist so herrlich hier, dass man den ganzen Tag am Wasser in diesem Wäldchen an den Isarquellen verbringen könnte.

Etwas weiter Richtung Talende wartet jedoch noch eine Alm auf uns und die letzten Meter legen wir zu Fuß zurück. In der Sonne auf einer Holzbank sitzend fällt uns die Entscheidung für eine Mahlzeit einfach. Es gibt nämlich genau zwei Mahlzeiten: Eine Speckplatte und eine Käseplatte. Naja und die Almplatte mit Speck und Käse. Außerdem noch den Kuchen des Tages. Dazu eine kühle Apfelschorle. Herrlich! So einfach und gut.

Wo wir sind und wie man zu diesem kleinen Paradies gelangt? Gar nicht so schwer.

Von Scharnitz aus führt eine Forststraße zu den Isarquellen. Zu Beginn geht es gleich einmal richtig steil bergauf, aber danach lässt sie sich sehr gut fahren und ist auch nicht allzu anstrengend. Auch mit unseren Touren-Fahrrädern ist das hier möglich – ein MTB braucht man nicht unbedingt.

Der erste Höhepunkt ist der Blick in die Schlucht hinunter, durch die sich die Isar hier windet. „Dort einmal mit dem Boot hindurch fahren…“, träume ich vor mich hin – und tatsächlich sehen wir einige Meter weiter ein paar Paddler, die ihre Kajaks auf Bootswagen den Weg hinauf ziehen. Die Straße hier ist für Autos gesperrt (es gibt aber wohl die Möglichkeit ein Taxi zu beauftragen). Trotzdem finde ich die Aktion der beiden super, mit den Booten den Weg hinauf zu gehen und sich die Abfahrt zu „verdienen“. Für uns ist die Schlucht aber zu schwierig und es wird wohl ein Traum bleiben.

Ein Stück weiter öffnet sich das Tal hin zu den Isar-Quellen. Hier gibt es im Übrigen unterschiedliche Deutungen darüber, wo jetzt genau die Isar-Quellen sind. Der Ursprung selbst ist ein echtes Juwel. Eingezäunt und mit Rastplätzen ausgestattet, gibt der Bereich Platz für einen schönen Tag, wie schon eingangs beschrieben.

Auf dem Rückweg, machen wir Halt an einer großen Kuhweide, auf der einige Bäume stehen. Zeit für die Hängematten. Kaum aufgebaut und gemütlich gemacht, nicke ich schon weg. Ein kleines Schläfchen am Nachmittag an diesem gigantischem Platz. Dann langsam aufwachen und den Blick in die Baumwipfel genießen.

Als die anderen dann auch wieder wach sind, geht es zurück zum Ausgangspunkt. Einfach nur rollen lassen. So ist das doch perfekt.

Kurz-Info: Fahrrad-Tour zu den Isar-Quellen

  • Ausgangsort: Scharnitz, Österreich
  • Parkplatz: B2 Mittenwald – Scharnitz
  • Strecke (einfach): ca. 17km
  • Zeit (einfach): ca. 2h
  • Höchster Punkt (Kastenalm): 1220m
  • Höhendifferenz: 280m
  • Höhenmeter (Aufstieg): 490m

GPS-Track: Fahrrad-Tour zum Isarursprung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.