Klettersteig Burrone Giovanneli – durch eine tolle Schlucht

Osterwochenende am Gardasee. Menschenmassen schieben sich durch die Altstädte von Arco und Riva del Garda. An den Drahtseilen der Klettersteige entlang ziehen sich Schlangen den Gipfeln entgegen. Zum Glück sind wir nicht an ein Hotel, eine Pension oder einen Campingplatz gebunden, sondern können jederzeit entscheiden, wohin wir wollen. Und wir entscheiden uns dafür ein Stück zurück zufahren. Meran ist unser Ziel. Auf dem Weg dorthin gibt es noch einen Klettersteig durch eine wundervolle Schlucht bei Mezzocorona, den wir unbedingt ausprobieren wollen: die Viaferrata Burrone Giovanelli.

Auf der Hinfahrt suchen wir lange in den senkrechten Wänden nördlich von Mezzocorona, bis wir ein paar Wanderer im Klettersteig entdecken. Dort hinauf geht es also. Ein Blick in das Topo verät uns, dass es sich bei diesem Stück um Schrofengelände handelt, die eigentliche Schlucht beginnt erst weiter oben. Darunter gibt es drei senkrechte Leitern, die man – wie ich mich aus meiner Jugend erinnere – jedoch umgehen könnte. Am Anseilplatz angekommen, führt eine bürgersteigähnliche Betonplatte um den ersten Felsen und man sieht nicht, wie der Klettersteig wirklich anfängt. Vor uns legt eine Familie mit einem fünfjährigen ihre Ausrüstung an. „Das muss doch auch für uns möglich sein“, denken wir und rüsten uns ebenfalls aus.

Nachdem wir um den Felsen herum sind, warten wir in einer, vom Wasser eingeschnittenen, Felsbucht darauf, dass die Wanderer vor uns durch die Leitern steigen, die am linken Rand hinauf führen. Das gibt uns Zeit, diesen einmaligen Einstieg zu genießen. Die folgenden Leitern sind zwar recht steil, aber absolut machbar und oben angekommen geht das Gelände in Schrofen über und der Pfad führt – größtenteils drahtseilgesichert – in steilen Serpentinen die Bergflanke hinauf. Vor der nächsten Leiter machen wir eine kleine Pause, genießen den Ausblick und lassen die beiden Gruppen hinter uns überholen, denn wir wollen uns nicht stressen. Und tatsächlich kommt danach niemand mehr hinterher und wir haben den Klettersteig für uns.

Gemütlich in unserem Tempo gehend, erreichen wir bald das Tor zur Schlucht. Vorher geht es unter einem niedrigen Felsen hindurch, dann eine Leiter hinab in das Flußbett und die gegenüberliegende Wand wieder hinauf. Dann noch eine Brücke und wir stehen mitten in der Schlucht. Hier zeigt sich, warum es nicht geregnet haben darf, denn wir wandern ab jetzt durch das Flußbett und suchen unseren Weg so, dass wir möglichst wenig nasse Schuhe bekommen.

Kurz-Info: Klettersteig Burrone Giovanneli

  • Parkplatz: Picknickplatz bei Mezzocorona
  • Höhenunterschied: ca. 660m
  • Aufstieg: ca. 750m
  • Höchster Punkt: ca. 890m
  • Strecke (Runde): ca. 14km
  • Zeit (Runde): ca. 5,5h

So wandern wir durch die, in Jahrhunderten vom Wasser gebildete, Schlucht. Die Felswände stehen eng beieinander und es kommt wenig Licht bis hinunter. Es geht steil bergauf und irgendwann weichen die Wände zurück und geben ein kleines Tal frei. Es wird grün in der Schlucht, denn einige Pflanzen haben sich hier angesiedelt. Aber immer noch geht es steil bergauf, bis zu einem hohen Wasserfall, an dem wir Pause machen. Hier genießen wir die Stille, denn wir sind wirklich alleine unterwegs. Der letzte Anstieg ist noch einmal richtig steil und hält mit einer Leiter noch eine kleine Herausforderung bereit, bevor wir nach ein paar weiteren steilen und anstrengenden Höhenmetern auf dem Forstweg stehen. Nach einer kurzen Pause, muss man hier die Entscheidung für die Abstiegsvariante wählen.

Wir entscheiden uns den Höhenweg Richtung Monte gemütlich auf einer Höhe über eine Forststraße zu wandern. Durchaus auch vor dem Hintergrund ab Monte mit der Kabinenbahn den Abstieg kürzer und gelenkschonender zu gestalten. Davor stehen aber noch einmal etwa fünfzig Meter hinauf. Oben empfängt uns ein weit angelegter Picknickplatz mit Feuerstellen, den wir jedoch links liegen lassen. Auf dem Weg Richtung Monte merken wir, dass uns der steile Aufstieg doch einige Kraft gekostet hat und so machen wir langsam weiter mit Pausen zwischendrin. In Monte angekommen, ist dann auch die Entscheidung gefallen, dass wir mit der Kabinenbahn „absteigen“ und uns den Fußweg sparen.

Nach einem Kaffee im Ort machen wir uns auf den Weg zurück zum Auto, für den wir etwa eine halbe Stunde benötigen.

GPS-Track: Klettersteig Burrone Giovanelli

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.