Lago di Ledro überhalb des Gardasees

Mit dem Kanu auf dem Lago di Ledro

So stelle ich mir die Wasserfarbe in der Karibik vor. In allen Blautönen leuchtet es, während ich mein Paddel durch den Lago di Ledro ziehe. Ich bin spät dran, wäre besser schon früher los gepaddelt, aber die Seeumrundung will ich mir trotzdem nicht entgehen lassen.

Von der südlichen Ecke des Bergsees ziehe ich mit langsamen, ruhigen Schlägen zum Südwestufer. An dem Vorsprung, den ich ansteuere mache ich schon die erste kurze Pause, um der Hitze der Mittagssonne für ein paar Minuten zu entgehen. Hier kann ich perfekt anlanden, mit der Paddelbrücke bin ich schnell aus dem Kajak und sitze dann im Schatten weit überhängender Bäume.

Nach einer Weile mache ich mich auf den Weg. Das Ufer hier ist wirklich schön. Immer wieder gibt es kleine Buchten und Strände. Keine davon direkt mit dem Auto erreichbar, einige zu Fuß und ein paar tatsächlich nur von der Seeseite aus mit dem Boot.

So paddle ich bis an die westliche Ecke und mache mich dann daran das Nordufer entlang zu fahren. Schon aus der Ferne ist dieses Stück das am wenigsten interessante: keine Felsen, eine Uferstraße mit viel Verkehr, kaum Pausenplätze im Schatten, Gegenwind. Vor Ort muss ich meine Einschätzung – zumindest teilweise – wieder revidieren. Den Lärm der vorbeifahrenden Fahrzeuge nehme ich im Kajak kaum wahr, es gibt zumindest ein paar Stellen, an den ich im Schatten anhalten kann und sogar vereinzelt Felsen, die für eine Badepause geeignet scheinen. Einzig der Wind hält sein Versprechen komplett und ich muss kräftig am Blatt ziehen, um vorwärts zu kommen. Pausen auf dem Wasser gönne ich mir deshalb gar nicht, nur zwei kleine am Ufer im Windschatten. Ich will die Strecke ja nicht zweimal paddeln. Kurz bevor ich am Campingplatz vorbei fahre, entdecke ich ein besonders schönes Plätzchen – leider ist es aber schon besetzt.

Vom südöstlichen Ufer habe ich mir dann wieder mehr versprochen. Eine schöne, steile Felsküste, tolle Wasserfarben und einsame Badeplätze. Das Ufer ist hier tatsächlich wieder spannend und  abwechslungsreich, die Blautöne in denen sich der Lago di Ledro präsentiert sind unbeschreiblich und es gibt eine Menge schöner Plätze, die zu einem Halt einladen. Verglichen mit dem südwestlichen Ufer allerdings sind die Plätze nicht einsam, was der darüber liegenden Straße geschuldet ist.

Trotzdem gibt es einen Felsturm, den ich nicht auslassen kann und zum Glück liegen hier auch noch keine anderen in der Sonne. Mein Kajak lässt ein paar blaue Späne an den  scharfkantigen Steinen. Dann bin ich draußen und kletterte am Fels hinauf und springe von oben in das blaue Wasser. Genial! Nochmal!

Nach der Erfrischung lege ich die letzten paar Meter zum Ausgangspunkt zurück.

Kurz-Info: Paddeln auf dem Lago di Ledro

Charakter der Tour: Am Lago di Ledro oberhalb des Gardasees ist meist nicht ganz so viel los, wie unten am großen See. Das Wasser ist  türkisblau und meist  tief. Die Befahrung ist relativ problemlos, denn die typischen Winde am Gardasee sind hier oben nicht so stark ausgeprägt. Trotzdem gilt es natürlich einen Blick auf das Wetter zu halten. Es empfiehlt sich die Tour für ein Bad zu unterbrechen. Neben den bevölkerten Stränden, hält der Lago die Ledro für Paddler auch einige einsame Buchten bereit.

GPS-Track: Paddeln auf dem Lago di Ledro

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