Mit dem Kajak auf dem Gardasee

Mit dem Kajak am Gardasee – Mündung des Ponale

Ganz ruhig liegt er da. Spiegelglatt. Derselbe See, der uns vor einem Jahr das Fürchten gelehrt hat. Kaum eine Welle nehme ich wahr, als ich gemütlich mein Paddel durch das Wasser ziehe. Mein Ziel ist die Mündung des Ponale, der sich in einem Wasserfall in den Gardasee ergießt.

So alleine, so windstill am frühen Morgen, ist es ein besonderes Erlebnis mit dem Kajak auf diesem majestätischen See zu paddeln. Rechts neben mir erheben sich die senkrechten Wände zu den Gipfeln und beim Blick voraus weitet sich der See Richtung Venedig.

So nähere ich mich in Gedanken versunken und die Schönheit um mich herum genießend der Mündung des Ponale. Doch bevor ich den Wasserfall erblicke, schiebt sich die Ruine eines Hotels in mein Blickfeld, das sich direkt über dem Wasserspiegel an die steilen Felswände schmiegt. Faszinierend. Wie lange es wohl schon leer steht?„Absprungsrampe“ hat jemand auf einem der Balkone etwa 10 Meter über der Wasseroberfläche gesprüht. Ich stelle mir vor wie die Jugendlichen der Umgebung hierher kommen um von dort oben in den Gardasee zu springen. Leider finde ich keine geeignete Ausstiegsstelle, so, dass auch ich einen Sprung wagen könnte.

Kurz-Info: Paddeln auf dem Gardasee

Der Gardasee ist windig und so sieht man hauptsächlich Segler, Windsurfer und Kites. Paddler sind eher die Ausnahme. Man sollte sich also mit den speziellen Winden (vor allem Ora und Pelér) auf dem See beschäftigen. Ansonsten den restlichen Schiffsverkehr, vor allem die Berufsschiffahrt, achten.

So wende ich mich meinem ursprünglichen Ziel, dem Wasserfall zu. Die Straße führt über eine Brücke aus Stein und darunter tut sich eine Grotte auf, in die sich das Wasser des Ponale ergießt. Leider versperren bei dem aktuell niedrigen Wasserstand des Gardasees zwei Steine die Einfahrt, so dass ich nicht in die Grotte hineinpaddeln kann. Trotzdem genieße ich die Tatsache, dass ich mit dem Kajak an solche einzigartigen Orte gelangen kann.

Nachdem ich mich satt gesehen und die Einzigartigkeit dieses Ortes mit Wasserfall und verlassenen Hotel genossen habe, wende ich mich dem Nordufer Richtung Torbole zu. Das sind knapp 3 Kilometer über den offenen See, auf die ich mich besonders freue, denn ich bin so früh unterwegs, dass der See noch ganz alleine mir gehört.

In Riva del Garda legen die ersten Ausflugsdampfer ab und steuern ihre Ziele an den anderen Ufern an. Plötzlich vernehme ich donnerndes Motorengeräusch. Das Tragflügelboot startet in Riva. Es hält direkt auf mich zu, noch aber es ist weit entfernt und so entschließe ich mich weiter zu paddeln und das Schiff hinter mir kreuzen zu lassen. Laut dröhnend kommt es auf mich zu, deutlich schneller als gedacht. Ich greife den Paddelschaft und lege los,  um noch etwas Abstand zwischen mich und die hohe Welle, die es hinter sich her zieht, zu bringen. Tösend fährt es hinter mir vorbei und ich mache mich bereit für die heranrollenden Wellen. Mittlerweile bin ich weit genug entfernt und sie heben mich nur ein wenig empor. Danach liegt der Gardasee wieder glatt vor mir, als wäre nie etwas gewesen. Ich setze meinen Weg fort und paddle am Ufer entlang Richtung Riva del Garda. Dort gibt es eine kleine Rampe, an der ich anlanden und mir ein Eis gönnen kann.

Danach paddle ich die letzten Meter unter den steilen Felswänden wieder zurück zum Startpunkt an der westlichen Gardaseestraße.

GPS-Track: Mit dem Kajak auf dem Gardasee zur Mündung des Ponale

2 Gedanken zu „Mit dem Kajak am Gardasee – Mündung des Ponale“

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