Navigation: Marschrichtung mit dem Kompass bestimmen

Viel interessanter als den Standort mit dem Kompass zu bestimmen, ist es die Marschrichtung festzulegen – wir wollen ja schließlich irgendwo hin  und nicht auf der Stelle treten 😉 Nachfolgend gebe ich einen kurzen Überblick, wie ich die Richtung bestimme, in die ich mich bewegen will. Dazu brauche ich neben einem Kompass nur noch eine Karte.

 In drei Schritten mit dem Kompass in die richtige Richtung

 1. Standort bestimmen und auf die Karte übertragen

Standort und Ziel auf der Karte bestimmen

In der Regel verfolgt man ja auf der Karte, wo man sich befindet. Ausgangspunkt ist also, dass man weiß, wo man sich im Gelände befindet und diesen Standpunkt dann auch auf die Karte übertragen kann. Am einfachsten ist dass, wenn man sich auf einem Weg oder Pfad befindet, den man auf der Karte kennt und zusätzlich noch einen weiteren Anhaltspunkt hat, mit dem man bestimmen kann, wo auf dem Weg man sich befindet (beispielsweise eine Weggabelung).

Wer damit Probleme hat, weil er sich verlaufen oder einfach Schwierigkeiten hat die Geländeform auf die Karte zu übertragen, sollte wissen, wie man seinen Standort mit dem Kompass bestimmt.

2. Winkel der Marschrichtung bestimmen

Marschrichtung auf der Karte festlegen

Auf der Karte muss man die beiden folgenden Punkte mit der Anlegekante des Kompass verbinden:

  • Standort
  • Ziel oder Zwischenziel

Dabei muss man darauf achten, dass man den Kompass mit der Vorderseite (evtl. durch einen Pfeil oder den Spiegel gekennzeichnet) in die Richtung des Ziels legt. Also die Seite des Kompass, die sich bei der Bestimung im Gelände zum Körper hin befindet, muss während der Bestimmung des Winkels am Standort sein.

Nordlininien ausrichten

Danach dreht man die Kompassdose solange, bis die Nord-Süd Linien auf der Kompassdose genau mit der Nord-Süd Ausrichtung auf der Karte übereinstimmen.

Jetzt hat man den Winkel zwischen Norden und der gewünschten Marschrichtung auf der Karte bestimmt

 3. Marschrichtung in das Gelände übertragen und halten

Marschrichtung im Gelände bestimmen

Indem man den Kompass in Hüfthöhe vor sich hält und sich solange um die eigene Achse dreht, bis die Nordmarkierung der Dose und die Nordmarkierung an der Nadel übereinander liegen, findet man seine Marschrichtung.

In dieser Richtung liegt also das Ziel oder Zwischenziel. Das Problem ist jetzt nur noch die Richtung zu halten. Es nutzt nämlich nichts jetzt einfach mit dem Kompass in der Hand loszugehen und dabei immer die Richtung zu halten. Das Problem dabei ist, dass man seitlich abdriftet, wodurch man im schlimmsten Fall am eigentlichen Ziel vorbeigeht.

Man kann sich das so vorstellen: Der Kompass zeigt mir eine Richtung, ausgehend von einem Punkt (Stell dir einen Punkt vor, von dem eine Linie ausgeht, die zu einem zweiten Punkt führt). Es gibt zu der oben genannten Linie unendlich viele Parallelen. Der Kompass hilft mir, mich auf einer dieser Parallelen zu halten. Trotzdem führt mich nur eine dieser Parallelen an’s Ziel… Auf dem Weg im Gelände werde ich immer wieder Hindernissen ausweichen müssen oder mir den leichtesten Weg suchen. Dadurch weiche ich unweigerlich von meiner Ideallinie ab – auch wenn ich den Kompass die ganze Zeit vor meinem Körper halte.

Es gilt also die richtige Linie zu halten. Nur wie?
Der Trick ist einfach. In dem Moment, in dem ich an meinem bestimmten Standort bin und die Marschrichtung in das Gelände übertrage, muss ich mir in dieser Richtung ein besonderes Merkmal im Gelände suchen, auf das ich zuhalten kann. Wenn man dann an diesem Zwischenziel angekommen ist, muss man wieder ein Ziel in der Marschrichtung finden. Wichtig dabei ist, dass man die Dose des Kompass nicht verdreht hat.

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