Konturkapuze - Carinthia ECC Line 400

Test: Schlafsack Carinthia ECC Line 400

In diesem Test erfährst du Details zu Lieferumfang, Material, Verarbeitung und technischen Daten zum Schlafsack Carinthia ECC Line 400. Außerdem natürlich ein persönliches Fazit. Den Schlafsack habe ich mittlerweile seit über zwei Jahren im Einsatz und er hat mich schon auf einigen Touren begleitet. Beim Biwak während der Überschreitung der Pyramidenspitze zum Beispiel. Oder auf der Altmühl im Herbst.

Carinthia ist ein österreichischer Hersteller und mit ECC Line entwickelt das Unternehmen Schlafsäcke, die vielseitig einsetzbar sind. Der Carinthia ECC 400 ist der Schlafsack mit der geringsten Dauenfüllung und daher mit einem optimalen Temperaturbereich rund um den Gefrierpunkt, je nachdem wie Kälteempfindlich man ist.

Lieferumfang

  • Schlafsack
  • Packsack
  • Sack zur Aufbewahrung: Sehr praktisch, da man Dauensprodukte nicht im komprimierten Zustand lagern sollte.

Kurz-Info: Carinthia ECC Line 400

  • Temperaturen
    • Comfort: 3,2°C
    • Comfort Limit: -2,1°C
    • Extrem: -18,4°C
  • getestete Größe: L
  • lieferbare Größen: S, M, L, XL
  • Gewicht: 1250g
  • nachgewogen: 1240g (ohne Packsack)
  • Maße (cm): 230/82/52
  • Packmaß: 18x32cm
  • Europäische Gänsedaune 90/10
  • 700+ cuin
  • Außenstoff: Shelltex
  • Innenstoff: Shelltex Ultra

Weitere Informationen

Konstruktion und Material

Die Daunen im Carinthia ECC-Line sind in Trapezkammern angeordnet. Dabei handelt es sich um ein Mittelding zwischen H-Kammern und V-Kammern. Während H-Kammern leichter sind und kostengünstiger zu produzieren sind, haben V-Kammern weniger Kältebrücken und fixieren die Daunen besser. Außen ist der Schnitt größer als innen (Differenzialschnitt), wodurch den Daunen der nötige Platz gegeben wird. Aus dem gleichen Grund ist das Fußteil anatomisch geschnitten, wodurch an den Füßen keine Kältebrücken durch zusammengedrückte Daunen entstehen. Radial sind die Kammern durch Stege getrennt. Eine Wärmeregulierung indem man die Daunen in den Kammern auf die Ober- oder Unterseite schüttelt ist daher nicht möglich.

Die Konturkapuze besitzt einen mit G-Loft gefüllten Abschluss, genau wie der Wärmekragen. Auch die Wärmeleiste hinter dem Zwei-Wege-Reißverschluss von YKK mit integriertem Klemmschutz ist mit G-Loft gefüllt, wodurch keine Wärmebrücken entstehen. Die Reißverschlussabdeckung verhindert, dass sich der Reißverschluss bei Bewegung eigenständig öffnet und verhindert Eindringen von Kälte oder Feuchtigkeit.

Der Schlafsack ist mit 440g europäischer Gänsedaune im Mischverhältnis 90/10 gefüllt. Mit einer Bauschkraft von 700cuin gehört der ECC 400 nicht zu den Top Performern im Markt, teilweise geht es bis zu 900cuin, aber meiner Meinung nach ist das trotzdem ein ausreichender Wert. Bei Daunenprodukten stellt sich immer die Frage, wie die Daunen gewonnen wurden. Carinthia gehört leider nicht zu den Outdoor-Herstellern, die sich im Januar 2014 dazu verpflichtet keine Daunen zu nutzen, die aus Lebendrupf oder Stopfmast stammen. Laut Carinthia werden nur moralisch einwandfreie Daunen verwendet (Quelle).

Das Außen- und Innenmaterial nennt sich Shelltex in unterschiedlichen Varianten und gerade das Innenfutter ist sehr atmungsaktiv, was ein angenehmes Klima im Schlafsack gewährleistet.

 Persönliche Erfahrungen und Fazit

Carinthia selbst bezeichnet den Schlafsack als „exzellenten Allrounder“. Meiner Meinung nach stimmt die Einschätzung recht gut. Er sticht mit keiner Eigenschaft (leicht, wärme) richtig hervor, hat aber auch nichts, das man richtig bemängeln kann. Er ist für den Camping-Urlaub im Süden ebenso geeignet wie für Norwegen oder Biwak in den Voralpen.

Einzig bei zweistelligen Minusgraden im Auto war es mir so kalt, dass an schlafen nicht zu denken war. Mit einem Inlay kann man den Temperaturbereich aber sicher auch noch ausweiten.

Mir gefallen die durchdachten Details, das Fußteil, die Konturkapuze passt sich hervorragend an und auch das G-Loft als Isolierung in Wäremkragen und Reißverschlussabdeckung halte ich für passend, weil in den langen Kanälen dadurch keine Kammern für Daunen benötigt werden. Vorher hatte ich nur Kunstfaser-Schlafsäcke, dagegen ist das Klima im Daunenschlafsack viel angenehmer.

Leider ist mir bei einem der ersten Einsätze bereits der untere Gummizug im Wärmekragen ausgerissen. Bisher hat mich das aber nicht gestört, da zumindest der obere Zug noch funktionsfähig ist.

Ich denke für sein Geld bekommt man mit dem Carinthia wirklich einen guten Schlafsack für 3 Jahreszeiten, wenn auch kein Hightech-Gerät. Es gibt Schlafsäcke, die leichter, kleiner verpackbar, wärmer oder günstiger sind. Meiner Meinung nach bekommt man mit dem Carinthia ECC Line 400 ein gutes Rundum-Paket – sonst hätte ich ihn mir vermutlich nicht gekauft. Trotzdem freue ich mich, dass sich diese Einschätzung auch nach einigen Jahren im Einsatz anhält. Gerade die Kombination mit der Exped Synmat ist perfekt.

3 Gedanken zu „Test: Schlafsack Carinthia ECC Line 400“

  1. Inzwischen war ich mit dem Carinthia ECC Line 400 sogar in einem Winterbiwak bei ca. -10° C unter freiem Himmel. In diesem Fall aber mit zweitem Schlafsack innendrin zusätzlich 😉

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