Startpunkt des Meraner Höhenwegs an der Leiter Alm

Über den Meraner Höhenweg häppchenweise zur Mutspitze

Wir sind gerade in Meran angekommen und wollen eine kleine, gemütliche aber schöne Tour zur Eingewöhnung gehen. Auch um mal zu sehen, ob die Knie schon wieder mitspielen. Im Wanderführer entdecken wir eine Tour, die auf dem Hinweg mit der Gondel hinauf zum Meraner Höhenweg und dann sanft abfallend bis zum Vellauer Felsweg führt, der uns zurück zum Ausgangspunkt bringt. Wir planen die aussichts- und abwechslungsreiche Tour ohne die Unterstützung durch die Gondel zu machen. Das wir am Ende sogar auf der Mutspitze stehen, wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Am Parkplatz angekommen fällt uns sofort die Gondel auf. Es handelt sich um eine Korbseilbahn, in der man hintereinander in einem Korb steht. Zum Einsteigen muss man von hinten bei voller Fahrt in den Korb springen, der dann geschlossen wird. Das müssen wir dann doch ausprobieren.

Beim Hineinspringen schleift der Korb am Boden und ein etwas mulmiges Gefühl macht sich breit. Die Gondel bringt uns aber ohne Zwischenfälle hinauf und die Fahrt spart uns etwa 500 Höhenmeter Aufstieg. Mit der gewonnenen Zeit und Energie überlegen wir uns, ob wir vielleicht über die Taufenscharte und den darauffolgenden Grat zur Mutspitze wandern. Auf der Karte sieht das machbar aus. Wir sind allerdings früh dran im Jahr und können nicht abschätzen, ob oben – vor allem in der Scharte – noch Schnee liegt, der uns das weiterkommen unmöglich macht.

So bleiben wir bei unserem ursprünglichen Plan und wenden uns dem Meraner Höhenweg zu, der sich, leicht abfallend und breit, eher als Seniorensteig entpuppt. Die Ausblicke über das Meraner Becken aber sind toll und nach 40 Minuten stehen wir schon am Gasthaus Steinegg, dass den Wendepunkt unserer Tour darstellt. Schnell sind wir uns einig, dass es das noch nicht gewesen sein kann, schauen auf die Karte und entschließen uns zum Mutkopfhaus zu gehen und von dort über den Mutkopf zurück. Dann haben wir sogar einen Gipfel in unsere Tour integriert.

Nach dem gut angelegten, breiten Wanderweg am Mutkopfhaus angekommen, genehmigen wir uns erst einmal eine kleine Erfrischung. Die Hollunderschorle kommt mir grade recht und als wir dort so sitzen, lacht mich die Mutspitze wieder an. Auch wenn sich mein Knie langsam bemerkbar macht, will ich unbedingt da rauf. Zumindest ein kleines Stück, um mal zu sehen, wie die Aussicht so ist. Nach längerem Studium der Karte beschließen wir auf einen einsamen Nebengipfel in etwa 2000 Metern Höhe zu steigen. Das ist sowieso mehr unser Ding, als auf dem völlig überbevölkerten Gipfel zu wandern.

Der Wanderweg ist angelegt, große Steinplatten führen uns treppenartig nach oben. Wir wissen zwar, wohin wir wollen, einzig die Abzweigung zu unserem Nebengipfel finden wir nicht. So machen wir einfach neben dem Weg eine Pause. Etwa 400 Meter unter dem Gipfel sind wir und ich blicke hinauf auf den steinigen Spitz. „Das wäre nochmal etwa eine Stunde“, denke ich mir, und: „Ich will da hoch!“ – auch wenn es eine Völkerwanderung ist. Gedacht, getan. Jetzt lässt er uns nicht mehr los.

Auf dem Gipfel sind wir, wie erwartet nicht allein, und machen uns nach einer kurzen Pause, in der wir den Ausblick genießen, wieder an den Abstieg. Bis zum Berggasthof Hochmuth gehen wir den schon bekannten Weg und auf dem letzten Stück macht sich mein Knie dann doch wieder deutlich bemerkbar.

Den letzten Abschnitt wandern wir auf dem, für uns noch unbekannten, Vellauer Felsweg. Er ist wirklich grandios, denn der Weg führt an der Kante entlang und fällt noch einmal 200 Meter ab; leider kann ich den Ausblick und den tollen Pfad kaum noch genießen, denn inzwischen schmerzt mein Knie richtig.

Ich bin froh, als wir endlich wieder zurück am Auto sind. Aber was soll man auch machen, wenn der Berg ruft? Ich hoffe, dass mein Knie schnell wieder seinen Dienst tut, damit ich noch weitere schöne Wanderungen während der Tage in Südtirol machen kann. Aber jetzt ist erst einmal Entspannung angesagt.

Kurz Info: Wanderung zur Mutspitze

  • Parkplatz: Gasthaus Gasteiger
  • Strecke (Runde): 13 km
  • Zeit (Runde): 6 h
  • Höchster Punkt (Mutspitze): 2291 m
  • Höhendifferenz (Aufstieg): 795 hm
  • Höhendifferenz (Abstieg): 1366 hm
  • Höhenmeter (Aufstieg): 937 hm
  • Höhenmeter (Abstieg): 1376 hm

Charakter der Wanderung

Es handelt sich um eine relativ einfache Wanderung, denn alle begangenen Wege sind gut befestigt. Am Gipfel der Mutspitz ist Trittsicherheit gefordert, denn es geht über einige Felsstufen hinauf zum höchsten Punkt. Im Abstieg ist dann der Vellauer Felsweg noch einmal extra zu erwähnen, denn er ist, verglichen mit den restlichen Wegen, ein wenig ausgesetzt, aber wunderschön zu gehen.

Weitere Informationen

GPS-Track: Wanderung auf die Mutspitz

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