Wanderung auf das Kranzhorn von Windshausen

Unentschlossen stehe ich vor dem Gatter im Weidezaun an der Kitzbichleralm unterhalb des Kranzhorn. Nur 225,6 Meter trennen mich von der Forststraße, die mich wieder zurück nach Windshausen führt. Das runde Schild mit dem rotem Rand und einem Fahrrad in der Mitte hatte ich schon von weiter entfernt gesehen. Ohne darüber nachzudenken, dass der Weg auch für mich als Wanderer gesperrt sein könnte, bin ich weitergegangen. Kurz darauf konnte ich dann auch den Hinweis „Betreten verboten!“, noch ein wenig näher „Weide für Muttertiere“ und schließlich erkenne ich auch den Hinweis „Eigentümer übernimmt keine Haftung!“.

Jetzt stehe ich also hier und überlege, was ich mache: „Wenn ich jetzt umdrehe, habe ich es nicht geschafft, dieser Tour wenigstens einen kleinen Rundweg abzugewinnen. Wobei das nicht so wichtig ist. Der Gedanke an erneute 150 Höhenmeter Aufstieg, wiegt schon schwerer und letztlich sind stehen zweieinhalb Kilometer gegen nicht mal 250 Meter, wenn ich einfach schnell über die Wiese hier gehe. Nach einigem inneren Widerstand siegt die Vernunft, ich drehe um und mache mich an den erneuten Aufstieg. Auf unberechenbare Kühe mit Kälbern habe ich keine Lust – da reicht mir schon die Begegnung mit Schwänen, wie beim Paddeln auf der Pegnitz.

Eigentlich gehört das Kranzhorn zu meinen Lieblingsbergen, denn der Blick in das Inntal vom Gipfel ist fantastisch und vor allem der Aufstieg aus Scheiben ist wirklich schön. Irgendwie war das heute aber nicht so ganz mein Tag: Der Aufstieg von Windshausen ist für heute zwar in Ordnung, denn es ist schattig und auch die Forststraße, die ich größtenteils gehe, stört mich nicht. Aber neben der Tatsache, dass heute unglaublich viel los ist, liegt der Grund vor allem darin, dass ich den Gipfel nicht in genießen kann. Hier oben wimmelt es nur so vor fliegenden Ameisen. Die Viecher sind wirklich nervig und verleiden mir den Aufenthalt auf dem Gipfel. Der gesperrte Weg bedeutet, dass es eng wird mit dem geplanten Hüpfer in den Badesee – was die Stimmung auch nicht gerade hebt.

Doch trotz Umweg und mit guter Musik im Ohr, komme ich doch noch früh genug zurück zum Auto, um vor meinem Termin noch einen Abstecher zum See zu machen. In dem Moment, wo ich mich im kühlen Nass erfrische, bin ich auch mit dem Kranzhorn wieder versöhnt.

Kurz-Info: Kranzhorn ab Windshausen

  • Start und Ende: Wanderparkplatz Windshausen
  • Strecke (Runde): ca. 13 km
  • Zeit (Runde): ca. 4 h
  • Höchster Punkt (Kranzhorn): 1368 m
  • Höhendifferenz: 870 hm
  • Höhenmeter (Aufstieg): 870 hm

Charakter der Wanderung

Die Wanderung auf das Kranzhorn mit Ausgangspunkt Windshausen führt größtenteils über leichte, teilweise steilere Forstwege. Im oberen Teil des Aufstiegs vor der Kranzhornalm kann man zwischen Bergpfad oder Forststraße wählen. Zum Gipfel führt ein in Stufen angelegter Wanderweg. Die Kanzel des Kranzhorn erreicht man über eine kurze Felsstufe, die mit Drahtseil gesichert ist.

Weitere Hinweise

Es gibt unzählige Varianten, auf den Krkanzhorn-Gipfel zu gelangen. Wer Zeit mitbringt, sollte sich meiner Meinung nach über den Weg von Oberscheiben zum Kranzhorn aufmachen. Wer es eiliger hat, gelangt in eineinhalb Stunden von Südosten auf den Gipfel. Zur Einkehr liegt die Kranzhornalm direkt auf dem Weg, die auch bei Mountainbikern sehr beliebt ist.

GPS-Track: Wanderung: Kranzhorn ab Windshausen

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