Tief verschneiter Wanderpfad im Aufstieg zur Schlossalm

Winter-Wanderung: Durch das Jenbachtal zur Schlossalm

Die Sonne lässt sich schon seit Wochen nicht blicken. Ich sehne mich nach ein paar Strahlen, nicht einmal wärmend müssen sie sein. Nur einen Schatten werfen, dazu blauer Himmel und nicht die ewige Wolkendecke. Jedes Wochenende hoffe ich von neuem, dass es ein sonniger Tag wird. Mit diesen Gedanken ziehe ich vom Parkplatz auf dem Wanderweg entlang des Jenbachs los Richtung Schlossalm.

Zuerst führt uns der Pfad am Ufer entlang. Mehrere Staudämme halten die Steine, das Geröll und Sediment zurück, das der Jenbach aus den Bergen mit ins Tal nimmt. Im Sommer bieten sich die Gumpen dazwischen zur Erfrischung an, jetzt schwimmt dünnes Eis auf dem Wasser.

Erst geht es langsam bergauf und wir entfernen uns immer weiter vom Fluß, der unten durch das Tal rauscht. Nach zweieinhalb Kilometern zweigt der Wanderweg dann endgültig vom Jenbach ab. Vereiste Stufen erfordern Konzentration auf den ersten Metern der knapp hundert Höhenmeter hinauf zur Straße, der wir zum Wirtsalmparkplatz folgen.

Dort folgen wir der Beschilderung Richtung Rampoldplatte und Hochsalwand, überqueren Bäche, lassen den Steig Richtung Mitterberg und Schuhbräualm links liegen und gehen an der Hillstoaner Alm vorbei. Hier bekommen wir einen ersten Eindruck davon, wie anstrengend es ist durch den tiefen Schnee zu stapfen. Kurz darauf gelangen wir jedoch wieder in den Wald, müssen noch einen Bach überqueren und dann geht es noch einmal steil bergauf, bevor die Almwiese der Schlossalm sich vor uns auftut. Endlich ist unser Ziel im Blick. Keine 500 Meter mehr, durch den tiefen Schnee zwar, aber dann endlich wartet die Brotzeit auf uns.

Nach der ausgiebigen Pause, mittlerweile wird uns schon ein wenig kalt, treten wir den Rückweg über die Fahrstraße an. Dort – so hoffen wir – geht es einfacher, weil der Schnee fester ist. Falsch gedacht. Das erste Stück zieht sich lange hin, es ist eben und der Schnee ist nicht fest, nur eine Fußspur, der wir folgen können. Erst als die Straße bergab führt, erwachen die Lebensgeister wieder und es geht schneller voran. Im Nu sind wir an der Wirtsalm und dem Wirtsalmparkplatz vorbei. Die letzten Meter zum Jenbachparkplatz ziehen sich nochmal etwas, aber letztlich kommen wir glücklich an. Auch wenn die Sonne sich heute wieder nicht gezeigt hat, war es eine tolle, eine anstrengende Tour durch eine stille, winterliche Berglandschaft.

Kurz-Info: Wanderung zur Schlossalm im Mangfalltalgebirge

  • Parkplatz: Wanderparkplatz Jenbach, Bad Feilnbach
  • Strecke (Runde): ca. 19 km
  • Zeit (Runde): ca. 4,5 h
  • Höchster Punkt (Schlossalm-Sattel): 1155 hm
  • Höhendifferenz: 600 hm
  • Höhenmeter (Aufstieg): 665 hm

Charakter der Wanderung

Insgesamt schöne Winterwanderung, spätestens ab Hillstoaner Alm ist man alleine unterwegs. Die Tour ist abwechslungsreich und führt zu etwa zwei Dritteln über Forststraßen. Der Rest sind Wanderpfade. Auf dem Weg gibt es keine Möglichkeit zur Einkehr, man muss also selbst für warmen Tee und Brotzeit sorgen.

GPS-Track: Wanderung zur Schlossalm im Mangfalltalgebirge

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